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Cholinesterase

Pseudo-Cholinesterase, auch Acyl-Cholinesterase oder Cholinesterase II genannt, wird in der Leber produziert und spielt eine Rolle beim Abbau bestimmter Medikamente. Beispielsweise kann eine geringe Verfügbarkeit dieses Enzyms zu einem verzögerten Abbau von Muskelrelaxanzien führen, so dass diese wesentlich länger wirken als erwartet. Eine verminderte Enzymaktivität kann ein Hinweis auf eine Vergiftung durch phosphororganische Insektizide sein, die auch zu einer verminderten Aktivität der Cholinesterase im Gehirn (Cholinesterase I) führt. Die Bestimmung der Pseudo-Cholinesterase-Aktivität dient auch dazu, sich ein Bild von der Leberfunktion (Proteinproduktion) zu machen.

Interpretation der Untersuchungsergebnisse

Erhöhter Wert
Eine häufige Ursache für erhöhte Spiegel ist eine erhöhte Konzentration von Nahrungsfetten im Blut (Hyperlipidämie). Dies tritt beispielsweise bei Fettleibigkeit oder Diabetes mellitus auf. Andere Gründe für eine erhöhte Cholinesterase sind beispielsweise eine alkoholische Fettlebererkrankung, ein Proteinverlust (z. B. aufgrund eines nephrotischen Syndroms) und eine koronare Herzkrankheit (KHK).

Niedriger Wert
Deutlich verringerte Cholinesteraseaktivitätsniveaus können auf eine übermäßige Absorption von Organophosphatverbindungen (Pestiziden) hinweisen.
Etwa 3% der Menschen haben aufgrund eines erblichen Mangels eine geringe Aktivität der Pseudocholinesterase und haben daher eine lang anhaltende Wirkung des Muskelrelaxans Succinylcholin. Niedrigere Cholinesterase-Spiegel können auch durch chronische Lebererkrankungen und Unterernährung verursacht werden. Die gesamte Cholinesteraseaktivität kann auch aufgrund anderer Ursachen wie Schwangerschaft, Nierenerkrankungen, Schock und einigen Krebsarten verringert sein.